Verfasst von: vokalanaesthesie | 27. November 2009

Inventur

Am 10ten Oktober startete meine persönliche Umbaumaßnahme. Seitdem sind fast 2 Monate verstrichen. Höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme: Trotz Ganzkörperrasur, Toilettengang und 20 Liter Aderlass brüllt mir die Waage 79,90 Kilo ins Gesicht. Frechheit!

Da halte ich mich lieber an meinen Kleiderschrank. Der ist groß, massiv und angestaubt. Wie ich. Außerdem schlummert dort ein textiles Urlaubssouvenir; ein Beinkleid mit Klettverschluss am Bund, welcher beim Tragen immer wieder aufknisterte. Damit ist jetzt Schluss, denn: Die Hose sitzt und der Klettverschluss klettet! Hah!

Erfolg Nummer Zwo lauerte beim letzten Einkaufsbummel. Laut S.Oliver, Esprit und Mariposa passe ich neuerdings in Konfektionsgröße 42. Damit hätte ich mich von Kleider-DIN 46 auf 42 reduziert – vorausgesetzt, die Näherinnen der drei Fashionanbieter haben sich nicht verschnippelt.

Für die Zukunft möchte ich mein Fitnessprogramm kontinuierlich steigern. Dank meines persönlichen Trainers hat sich der Hüftumfang um ein paar Hektar Zentimeter verringert; diesen Trend gilt es beinhalten. Außerdem hieve ich jeden Abend meinen Bauch Richtung aufgestellte Knie. 30 Sit-Ups schaffe ich bereits, ohne zu kollabieren. Für die Teilnahme beim Iron (Wo)Man reichts noch nicht, dennoch bin ich gespannt, wann ich eine weitere Null hinter diese Zahl schreiben kann …

Verfasst von: vokalanaesthesie | 25. November 2009

Tag der offenen Tür

Angeregt durch einen tierischen Kommentar meines treuen Lesers Dr. Geldgier möchte ich den den heutigen Blogbeitrag etwas persönlicher gestalten und exklusive Einblicke hinter die Stall- und Stubentüren der Familie V. gewähren. Wie es sich für einen Bauernhof gehört, drückt sich natürlich jede Menge Getier bei uns herum. Vielleicht habt Ihr ja Lust, diese Idee aufzunehmen, damit wir euch & eure treuen Vierbeiner näher kennen lernen?

Kandidat 1: “Bruce”

Mein persönlicher Fitnesstrainer. Er ist ein 2jähriger Dobermannrüde, misst stolze 78 cm Rückenhöhe und bringt die Waage mit 50 Kilo Lebendgewicht zum Stöhnen. Rassetypisch steht er ständig unter Strom (Dobi-ADS). Die Rumpelphase war zeitweise stressig, aber Dank straffer Unterordnung händelbar. Wir üben täglich die Führigkeit, machen Agility, gehen viel Spazieren oder fahren mit dem Rad. Jetzt läuft er brav an der Leine, macht Sitz und Platz, frisst auf Befehl, geht in sein Körbchen und bringt den Ball. Nur wenn Artgenossen auftauchen, pöbelt er gerne mal herum. Daran arbeiten wir noch.

Kandidat 2: “Penny”

Sie ist eine 4jährige Beagledame und verkörpert nicht nur optisch das ganze Gegenteil des Erstgenannten. Am liebsten schläft oder frisst sie. Sie mag es, gekrault zu werden und schlummert Nachts heimlich auf dem Sofa. Eine ganz brave Seele.

Kandidaten 3 und 4: “Heidi” und “Jack”

Scheckstutchen “Heidi” erteilt meiner Tochter Lektionen in Sachen Sattelfestigkeit, während der 2jährige “Jack” noch in der Grundausbildung steckt. Mit Letzterem übe ich Lektionen am Boden und der Hohen Schule. “Jack” stammt aus einer prämienträchtigen Zucht und soll später als Fahr-, Show- und Deckponyhengst für Furore sorgen.

Kandidat 5: “Tuka”

Unsere Hoftigerin. Saß eines Tages vor der Tür – und da die Liebe auch bei Katzen durch den Magen geht, ist sie bei uns geblieben. Fängt fleißig Mäuse (und anderes Ungetier) und ist in der guten Stube die Chefin über Hunde und Schlummerplätze.

Kandidaten 6, 7 und 8: “Bella”, “Wolle” und “Bolle”

“Wolle” und “Bolle” wurden HIER ja schon ausführlich beschrieben. Neu ist die gute “Bella” – mein lang angekündigtes Ostfriesisches Milchschaf. Sie ist folgsam wie ein Hund, läuft am Strick und kommt auf Zuruf. Sie ist tragend von einem Schweizer Lacaune-Bock. Die Lämmchen werden für Februar erwartet. Im April absolviere auf einem Bio-Hof meinen Käserei-Kurs, wo ich unter fachkundiger Anleitung die Kunst der Milchprodukt-Selbstversorgung erlerne.

Und dann gibt es noch 5 Deutsche Riesenwidder, 1 Meerschwein und ein schönes Aquarium (sehr zur freudigen Entspannung der Katze). Bedingt durch die alleine Lage im Naturschutzgebiet bekommen wir nachts sporadischen Besuch von wilden Gästen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir wohnen tatsächlich dort, wo Hase, Fuchs und Igel sich Gute Nacht sagen …

Verfasst von: vokalanaesthesie | 23. November 2009

Suchbegriffe Oktober & November 2009

Verspätet, dafür doppelt gemoppelt:

Tataaa! Vorhang auf für die Suchanfragen.

Platz 1: Welches Narkotikum gibt es rezeptfrei?

Für kleinere häusliche Eingriffe (z.B. Entfernung des Appendix vermiformis) empfiehlt sich der Einsatz altbewährter Klassiker wie Baldrianwurzel oder Kohlenmonoxid. Größere autodidaktische Operationen (z.B. Bypass) bedürfen größerer Sedierung. Das höchst wirksamste Narkotikum trägt den Namen “ZDF”, was übersetzt so viel heißt wie “Zentrales-Dämmerschlaf-Ferment”. Es kann visuell und / oder auditiv verabreicht werden.

Platz 2: OP-Bilder

Weiß gekachelte Katakomben gehören der Vergangenheit an. Heutige Operationssäle bestechen durch Funktionalität und Schick. Flippige Fliesen, Zimmerpflanzen, dimmbare Stehlampen, Duftkerzen, Designersofas und ausgewählte Kunstdrucke prägen das Ambiente. Leicht auswechselbare Bilderrahmen sorgen für Abwechslung. Laut Charité-Hitliste derzeit hoch im Kurs: Klee, Klimt und Kandinsky.

Platz 3: Proktologen Finger

Proktologen werden nicht gemacht, sie werden geboren. Bedingt durch eine Anomalie besitzen sie an jeder Hand 6 Finger. Zwei davon (Mittel- und Ringfinger) sind gleich lang, was hervorragende diagnostische Maßnahmen ermöglicht. Da Deutschlandweit pro Jahr nur etwa 25 gehandicapte Säuglinge das Licht der Welt erblicken, reißen sich renommierte Universitäten um den seltenen Nachwuchs. Tragisch endete der Betrugsfall eines Studenten, welcher unbedingt Proktologe werden wollte und sich von einem Kommilitonen einen Extrafinger annähen ließ. Bei einer rektalen Untersuchung platzte die Naht und der Finger verblieb im Patienten – bis heute.

Platz 4: Das Bein heben

“Das Bein heben” ist ein Männlichkeitsritual aus der Urologie. Gestaffelt nach beruflicher Hierarchie wird dem jeweils Untergebenen ans Bein gepinkelt, und zwar so lange, bis dieser deutliche Zeichen der Beschwichtigung zeigt: Lippen lecken, Blick senken, hinter den Ohren kratzen, Abdecken des Früh- Spät- und Nachtdienstes.

Platz 5: Wellensittiche Vorlage zum ausmalen

Derartige Blankovorlagen dienen dem Anästhesisten als kurzweiliger Zeitvertreib während einer OP. Auch gern genommen: Malen nach Zahlen, Freundschaftsbänder häkeln, Modellieren mit Ton.

Platz 6: Kamasutra Lehrgang

Seit 2009 ist das Fach Kamasutra Bestandteil der Schwesternausbildung. Der Lehrgang findet innerhalb des 1sten Lehrjahres in einem frei wählbaren Oberarztzimmer statt. Krankenpflegeschüler können alternativ das Fach Tantramassage oder Bauchtanz belegen.

Und hier die restlichen Plätze im Schnelldurchlauf:

Platz 7:  Besoffener Radfahrer

= Hausarzt ohne Führerschein.

Platz 8: Ich wünsche dir dem Tod

= Begrüßungsslogan der Pathologen.

Platz 9: Feindbild

= Kassenpatient.

Platz 10: Spekulum

= Gynäkologisches Instrument mit Weihnachtsgeschmack.

Platz 11: Marmeladenglas

= Recycling-Ente.

Platz 12: Weinglas

= wichtigstes Utensil im OP.

Platz 13: Aktienkurse

= wirtschaftliches EKG.

Platz 14: Heute Mittagessen

= Rosa gebratenes Lamm an Fresubin.

Platz 15: Pinnwand

= anorektische Schwesternschülerin.

Platz 16: Genitalakne

= unreine (Vor)haut.

Platz 17: Arzt Beruf Mist

= Stellenbeschreibung für einen Veterinär oder Proktologen.

Platz 18: Anästhesie Geschenke

= Mitgliedsgutscheine von Bertelsmann oder Readers Digest.

Platz 19: Seit zu Seit Anastomose Dialyse

= Blutreinigung für siamesische Zwillinge.

Verfasst von: vokalanaesthesie | 20. November 2009

Der Schwenkeinlauf 11/2009 goes to:

Menstruation.

Die Menstruation wurde von skrupellosen Hygieneartikelherstellern als Verkaufsförderndes Element verbreitet, um den Absatz von Tampons und Binden zu steigern. Seitdem erlebt jede Frau und jedes pubertierende Mädchen einmal im Monat ihren ganz persönlichen 11ten September: Unterleibskrämpfe, Übelkeit, Migräne, Akne, Stimmungsschwankungen, Rückenschmerzen, Waschzwang.

Statistischen Umfragen zufolge leiden 90 Prozent aller Betroffenen unter ausgeprägten Regelschmerzen. Auf einer Skala von 1 bis 10 pendelt die Leidensintensität zwischen den Ziffern 8 (Sehr starke Schmerzen, Unruhe, Delirium) und 10 (Unerträgliche Schmerzen, verbunden mit Aggressionen, Depressionen & Suizidwunsch).

Pro Menses werden 10 Liter Blut und 5 Kilo Schleimhautgewebe ausgeschieden. Der monatliche Hygieneartikelverbrauch beläuft sich auf 250 Tampons (wahlweise 600 Binden).

Bis heute leugnen Regierungen und Geheimdienste vehement ihre aktive Mittäterschaft an der weltgrößten Bevölkerungsmanipulation aller Zeiten.

Fazit:

Die Menstruation ist ein Leiden, so nützlich wie ein überzogenes Girokonto. Weg damit!

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